September 2003

Die Mitgliederversammlung hat am 12.09.2003 in München stattgefunden. Die wichtigsten Informationen sind:

Die Zeitschrift „Reproduktionsmedizin“ als Organ der DGRM wird auf Grund der Schwierigkeiten mit dem Springer-Verlag ab Januar 2004 im Verlag Krause & Pachernegg / Österreich unter dem Namen „Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie“ erscheinen. Die Zeitschrift wird nicht mehr von der DGRM allein, sondern gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Andrologie (DGA), Bundesverband Reproduktionsmedizinischer Zentren (BRZ), Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF), Arbeitsgemeinschaft Reproduktionsbiologie des Menschen (AGRBM), der Sektion Reproduktionsbiologie und –medizin der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (SRBM/DGE) sowie der Österreichischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie herausgegeben. Die Zeitschrift wird mit 4 Heften pro Jahr erscheinen.

Die AG Ärztinnen in der Reproduktionsmedizin und Endokrinologie (ÄRE) hat mit großem Erfolg die I. Wissenschaftliche Sitzung im Rahmen der Gemeinschaftstagung der DGRM/DGA am 12. September 2003 in München durchgeführt. Themen waren die Entwicklungen und Erfolge der Präimplantationsdiagnostik wie auch die Eizellspende im Ausland. Die Veranstaltung begann mit einem Übersichtsreferat von Frau Lieselotte Mettler über die Entwicklungen der in vitro Fertilisation, die sie persönlich von den Anfängen bis heute miterlebt und miterarbeit hat. Frau Ute Hehr als Humangenetikerin informierte in sehr überzeugender und verständlicher Weise über die Indikationen, die zytogenetischen und molekulargenetischen Techniken bei der Polkörperchendiagnostik sowie deren Aussagekraft. Sie erklärte ebenfalls die zukunftsweisende Technik der „comparative genome hybridization“ (CGH). Mit dieser Technik können Aneuploidien des gesamten Chromosomensatzes in Einzelzellen nachgewiesen werden. Frau Leeanda Wilton, Embryologin aus Melbourne, hat diese Technik als erste im Rahmen der Präimplantationsdiagnostik bei Frauen nach mehrfachen erfolglosen Embryotransfers eingesetzt. Mehr als die Hälfte der Embryonen waren für mindestens drei Chromosomen aneuploid. Frau Wilton konnte nach Transfer von Embryonen mit normalem Karyotyp bereits über die Geburt von drei Kindern berichten. Frau Amparo Ruiz, Embryologin aus Valencia, präsentierte die aktuellen Schwangerschaftsraten nach Präimplantationsdiagnostik, die inzwischen auf Grund der großen Erfahrung in ihrem Zentrum den hohen Erfolgsraten nach IVF-Behandlung entsprechen. Außerdem informierte Sie über die bekanntermaßen hohen Schwangerschaftsraten bei Eizellspende, wobei in Valencia die meisten ausländischen Paare aus Deutschland anreisen. Frau Gabriele du Bois, Ärztin für Humangenetik, Mitglied im Ethikausschuss sowie Beisitzerin im Vorstand des Deutschen Ärztinnenbundes vertrat die kontroverse Sichtweise des DÄB zur Präimplantationsdiagnostik. Als Gründe gegen die Präimplantationsdiagnostik bei genetischen Erkrankungen führte sie gesundheitliche und seelische Risiken für die meist fertilen Frauen im Rahmen der IVF-Behandlung an. Sie äußerte die Befürchtung, dass durch die Inanspruchnahme von „Hochtechnologie“ Frauen auf ein Lebensziel „Fruchtbarkeit“ unnötig fixiert würden. Auch würde aus der Entscheidung gegen ein krankes Kind (bei der Interruptio) die Selektion gesunder Kinder (bei der PID).

Die DGRM ist an der Gründung eines Dachverbandes Reproduktionsbiologie und –medizin (DVR) engagiert, der im November gegründet werden soll. Wird der Dachverband gegründet, ist eine erste gemeinsame Tagung aller im Dachverband zusammengeschlossenen Gesellschaften 2005 wahrscheinlich in Münster ausgerichtet. Andernfalls wird die nächste Jahrestagung der DGRM 2005 in Regensburg stattfinden. Die DGRM hat sich außerdem mit guten Chancen für die Ausrichtung des Weltkongresses 2010 der IFFS ("International Federation of Fertility Societies") in München beworben.

Frau Professor Mettler wurde neues Ehrenmitglied unserer Gesellschaft. Sie wurde für die herausragenden Leistungen für die DGRM sowie für Ihren besonderen Einsatz für die Reproduktionsmedizin in Deutschland geehrt.

Änderungen der Mitgliederdaten, Neuanträge zusätzlich Mitgliedschaft in den Arbeitsgemeinschaften der DGRM sind per online-Formular oder als pdf-Formular zum Ausdrucken und faxen/Postversand auf der Homepage unter dem Menüpunkt „Mitgliedschaft“ vorhanden. Es wurde ein geschützter Mitgliederbereich mit der Mitgliederliste eingerichtet, der durch ein Password geschützt ist. Das Password wird auf Anfrage an die Schriftführerin mitgeteilt. Zur ständigen Aktualisierung des Mitgliederverzeichnisses wird jedes Mitglied gebeten, seine persönlichen Daten im geschützten Mitgliederbereich zu prüfen und ggf. die Änderungen online oder per pdf-Formular an die Schrifführerin zu senden.

Die DGRM hat seit September 2003 einen neuen Flyer, der insbesondere zur weiteren Mitgliederwerbung dienen soll. Dieser enthält alle Informationen über unsere Gesellschaft und zeigt Gründungsmitglieder in Bild und Wort zeigt. Auf Wunsch kann der Flyer von der Schriftführerin angefordert werden.

Herr Prof. Dr. Tinneberg wurde von der Mitgliederversammlung zum Vorsitzenden der Sitzungsperiode 2006/2007 gewählt. Für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Professor Dr. Dr. Holzgreve und Herrn PD Dr. Einspanier werden für die Sitzungsperiode 2004/2005 als stellvertretende Vorsitzende für die Frauenheilkunde Frau Professor Dr. Brucker und für die Reproduktionsbiologie Herr Professor Wieacker gewählt.

Die 29. Veterinär-Humanmedizinische Gemeinschaftstagung und 37. Jahretagung Physiologie und Pathologie der Fortpflanzung vom 19.-20. Februar 2004 in München wird auch von der DGRM ausgerichtet. Als Tagungspräsident wirbt Herr Prof. Stolla um eine rege Teilnahme insbesondere auch der Humanmediziner. Es sind über die Vortragsveranstaltungen hinaus auch Workshops (u.a. „Endoskopische Verfahren in der Gynäkologie und Reproduktion“) geplant. Deadline für Abstracts ist der 31.10.2003 (www.februartagung.lmu.de)!

Gesellschaftsmitteilung vom Februar 2003